Cyber-Sicherheit wächst zum Billionen-Markt

Wachstumsmarkt Cyber-Sicherheit


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Cyber-Sicherheit wächst zum Billionen-Markt

Cyberattacken kosteten deutsche Unternehmen allein im vergangenen Jahr ca. 150 Mrd. Euro. Die Bedrohung im Cyberraum ist so hoch wie nie zuvor. Zu diesem Fazit kamen das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) bei der gemeinsamen Vorstellung des Bundeslagebilds Cyberkriminalität für 2023. IT-Sicherheit wird damit immer wichtiger – ein Wachstumsmarkt, der auch für Investoren attraktiv erscheint. .

Die Anzahl der Cyberattacken ist nach dem russischen Angriffskrieg sehr deutlich gestiegen, der Schaden daraus immens. Die Motivation für Aggressoren hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert.  Es waren früher einzelne Personen oder kleine Hackergruppen, die aus persönlicher Überzeugung oder technischer Machbarkeit agierten. Mittlerweile sind die Täter hauptsächlich im organisierten Verbrechen und politisch motivierten, staatsnahen Gruppen zu finden.

Eine beliebte Methode sind Ransomware-Angriffe. Dabei zielen die Kriminellen darauf Zugriff auf die IT-Systeme von Unternehmen zu erhalten und deren Daten zu verschlüsseln oder zu sperren. 800 Unternehmen in Deutschland sind 2023 Opfer eines solchen Angriffs geworden. Etwa 90% der betroffenen Firmen haben das geforderte Lösegeld bezahlt, um wieder Zugriff auf Ihre IT-Infrastruktur zu erhalten. Der Schaden allein daraus beträgt gut 16 Mrd. Euro – von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen. Der mögliche Imageschaden eines solchen Angriffes für das Unternehmen lässt sich kaum beziffern. Mittlerweile werden auch Universitäten, Krankenhäuser, Städte und Gemeinden auf diesem Wege attackiert.

Phishing-Angriffe auf Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen sind ein weiteres beliebtes Mittel, um an Zugangsdaten zu gelangen.  Hierzu werden Mails mit bekannten Absendern (Mailprovider, Kreditkarten- oder Telekommunikationsanbieter etc.) verschickt, mit dem Ziel dem Empfänger Zugangsdaten „abzufischen“.

BSI registriert täglich 70 neue Sicherheitslücken in Software

Auch die Schwachstellen bei Software sind auf bedenklich hohem Niveau. Das BSI hat 2023 pro Tag ca. 70 neue Schwachstellen in Softwareprodukten registriert – rund ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Die Cyberkriminellen stellen sich professioneller auf. Mit dem Ansatz „Crime-as-a-Service“ haben sich die Hacker auf bestimmte Dienstleistungen spezialisiert und bieten diese im Dark Net an. Künstliche Intelligenz hilft ihnen dabei, Texte zu schreiben, Bilder oder Stimmen zu manipulieren (Deep Fake), Desinformationskampagnen oder Schadcodes zu generieren. Die Bedrohung wächst immens.

Kriminelle zielen verstärkt auf Cloud-Plattformen

Dies führt zu einem wachsenden Bedarf an optimierten Sicherheitslösungen für Hard- und Software. Immer mehr Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, die sensiblen Daten besser zu schützen und so Produktionssicherheit zu gewährleisten. Bis ein Unternehmen nach einem Hackerangriff wieder operativ tätig werden kann, dauert es übrigens im internationalen Durchschnitt mehr als 60 Stunden. Bei deutschen Unternehmen wird ein erfolgreicher Cyberangriff laut BSI im Schnitt erst nach 30 Tagen entdeckt!

McKinsey prognostiziert, dass die Cybersecurity-Branche ihren Umsatz bis 2030 etwa verzehnfachen kann. 2023 erzielte der Sektor 166 Mrd. Dollar um. Grund dafür sind auch die vermehrten Angriffe auf Cloud-Plattformen, auf die immer mehr Firmen ihre Daten auslagern.

Um von diesem Wachstumsmarkt zu profitieren bietet sich z.B. eine Investition in einen Cybersecurity ETF an.

Über den Autor

Jörg Horneber kann auf eine klassische mehr als 25-jährige Bankkarriere zurückblicken. Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bank AG im Privatkundengeschäft und einem berufsbegleitenden Studium bei der Bankakademie, übernahm er die Position als Berater im Private Banking der Deutschen Bank AG Nordbayern bis Ende 2005. Darauffolgend als Relationship Manager bei der Commerzbank AG Private Wealth Management. Den Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit bildete immer die ganzheitliche Betreuung seiner Kunden.Seit April 2012 verstärkt er das Team der KSW Vermögensverwaltung AG als Portfoliomanager. In dieser Funktion ist er mit der individuellen Betreuung von Vermögensverwaltungsmandaten betraut.


Stefan Held von der KSW Vermögensverwaltung

Inflation auf dem Rückzug: Billiges Baugeld in Sicht?

Inflation auf dem Rückzug: Billiges Baugeld in Sicht?


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Inflation auf dem Rückzug: Dürfen Häuslebauer bald auf billiges Baugeld hoffen?

Nach Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 sind die Rohstoff- und Energiepreise rasant in die Höhe geschnellt. Die dadurch angefachte Inflation versuchte die EZB mit höheren Leitzinsen zu bekämpfen. Innerhalb kürzester Zeit stieg der Zins von 0% auf heute 4,5%. Das konsequente Vorgehen trägt inzwischen Früchte. Aktuell lässt die rückläufige Inflationsrate Häuslebauer hoffen, dass der Traum vom Eigenheim wieder in greifbare Nähe gerät.

Die gestiegenen Zinsen haben die Immobilienkredite deutlich verteuert. Zugleich sind die Bau- und Renovierungskosten gestiegen, verursacht durch hohe energetische Vorgaben, Materialpreiserhöhungen und Arbeitskräftemangel. Das belastet Bauunternehmen und Hausbesitzer gleichermaßen, führt zu weiteren finanziellen Herausforderungen und erschwert den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum.

Was machen die Notenbanken?

Die Rückkehr der Inflation auf ein Normalmaß gibt den Zentralbanken dies- und jenseits des Atlantiks Spielraum, ihre geldpolitischen Maßnahmen anzupassen. Vieles deutet darauf hin, dass nicht nur die Europäische Zentralbank (EZB), sondern auch die Federal Reserve (FED) in den kommenden Monaten die Zinsen senken wird. Dies könnte dazu beitragen die Wirtschaft anzukurbeln und Investitionen zu fördern. Unternehmen können von günstigeren Finanzierungskonditionen profitieren und ihre Expansionspläne wieder forcieren. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie stark die Notenbanken die Zinsen senken können und wie die Märkte darauf reagieren.

Der große Unterschied

Eine Rückkehr zur „guten alten Zeit“ scheint aktuell in weiter Ferne. Als die Leitzinsen im Euro-Raum zuletzt auf dem heutigen Niveau waren, hatte die Zinsstrukturkurve einen normalen Verlauf: Das heißt, je länger der Zins festgeschrieben wurde, umso höher war dieser. So hatte der Anleger bei einem fünfjährigen Festgeld eine bessere Kondition als bei Tagesgeld und ein Häuslebauer musste für seine zehnjährige Zinsbindung einen höheren Satz bezahlen als bei einer kürzeren Festschreibung.

Heute bekommen Anleger auf Tagesgeld einen besseren Zins als bei einer längerfristigen Anlage. Hier wird von einer sogenannten „inversen Zinsstrukturkurve“ gesprochen. Diese gilt häufig als Vorbote einer möglichen Rezession. Und hier liegt der Hase im Pfeffer: Im Jahr 2000, als der Leitzins ebenfalls bei 4,5% lag, wurde für die zehnjährige Baufinanzierung ein Zins von über 6% fällig. Heute liegen wir „nur“ bei 3% bis 4%. Dies spiegelt ein eher trübes konjunkturelles Bild wider und lässt wenig Spielraum, die (kurzfristigen) Zinsen deutlich zu senken ohne die Inflation erneut anzufachen.

Agieren oder Abwarten?

Aufgrund der beschriebenen Situation ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die langfristigen Zinsen auch bei Leitzinssenkungen hoch bleiben werden und sich lediglich die Zinsstrukturkurve wieder normalisiert. Für sinkende Zinsen auch am langen Ende müssten viele Dinge Hand in Hand gehen, wie ein Lösen des Ukraine-Konflikts, eine dauerhaft niedrige Inflation und ein Anspringen der europäischen Konjunktur. Die Hoffnung auf „billiges Baugeld“ mit Zinssätzen um die 1% wird sehr wahrscheinlich Wunschdenken bleiben.

Über den Autor

Stefan Held von der KSW Vermögensverwaltung

Stefan Held ist seit 20 Jahren im Bankgeschäft und seit 15 Jahren in der Betreuung wohlhabender Privatkunden tätig. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Commerzbank AG und mehrerer berufsbegleitender Studiengänge zum diplomierten Bankbetriebswirt an der Frankfurt School of Finance & Management übernahm Herr Held 2007 die Position des Beraters Private Banking bei der Commerzbank AG in Nürnberg. 2013 wurde Herr Held Filialdirektor und wechselte 2016 als Relationshipmanager ins Wealth Management. Dort verantwortete er den Standort Erlangen und zuletzt in stellvertretender Leitung das Wealth Management der Niederlassung Nürnberg. Die ganzheitliche und individuelle Betreuung, die ihn durch sein ganzes Berufsleben stets begleitet hat, führt Herr Held seit Juli 2022 als Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG fort.


Udo Rieder von der KSW Vermögensverwaltung

Wie sich das Milliardengeschäft Olympia auf die Börse auswirkt

Das Milliardengeschäft Olympia lässt die Börse kalt


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Wie sich das Milliardengeschäft Olympia auf die Börse auswirkt

Um sportliche Großereignisse wie Fußballweltmeisterschaft oder Olympische Spiele ranken sich auch kommerzielle Interessen. Es profitieren Baukonzerne, Touristikunternehmen, Sportartikelhersteller. Lässt sich daraus eine Aktienstrategie bilden?

Sportliche Großereignisse sind seit geraumer Zeit nicht mehr nur Wettkämpfe von Athletinnen und Athleten, die die Menschen rund um den Globus mehr oder weniger begeistern. Kommerzielle Interessen scheinen in den Vordergrund getreten zu sein, ob bei Fußballwelt- oder Europameisterschaften, beim Super Bowl oder bei Olympischen Spielen. Davon profitieren Baukonzerne ebenso wie Touristikunternehmen und Sportartikler. Daraus müsste sich doch eine Aktienstrategie bilden lassen, oder?

In diesem Jahr finden nun wieder Olympische Sommerspiele statt. Die Sport-Elite zieht es in die Stadt der Liebe, nach Paris. Dort wird tief in die Tasche gegriffen, um ein „nachhaltiges olympisches Dorf“ zu schaffen. Es soll nach den Spielen sinnvoll weitergenutzt werden und das bisherige „Armenviertel“ Seine-Saint-Denis langfristig aufwerten. Viel Geld floss nicht nur in den Bau von Wohnungen und Sportstätten, sondern auch in den öffentlichen Nahverkehr und die übrige Infrastruktur.

Doch wer profitiert nun wirtschaftlich am meisten vom olympischen Gigantismus? Schöpft die Baubranche den Rahm ab, sind es die Sportartikelhersteller oder der Tourismus?

Frankreichs Leitindex läuft fernab der Medaillenränge

Im Gastgeberland lässt sich an den Aktienmärkten bis dato kein genereller Boom erkennen. Der französische Leitindex CAC 40 entwickelt sich in diesem Jahr (ca. +5%) weitestgehend wie der weltweite Aktienmarkt (MSCI World). Im Zeitraum seit der Vergabe der Spiele (13.09.2017 / +52%) hinkt er dem Weltindex (+68%) sogar hinterher. Die Aktionäre der großen französischen Baukonzerne mussten teils gar Verluste hinnehmen.

Die globalen Touristikkonzerne schnitten mit einem gewissen „Buchungsvorlauf“ ab Anfang 2023 teilweise deutlich besser ab als die o.g. Indizes. Dies ist jedoch sicherlich nicht nur auf einen Olympiaboom zurückzuführen.

Ein heterogenes Bild zeigt sich bei den Sportartikelgiganten. In diesem Jahr schnitten die großen Drei deutlich schlechter als die Vergleichsindizes ab. Nur der Kurs des deutschen Branchenprimus‘ entwickelte sich seit Anfang 2023 besser. Die Konkurrenz liegt im gleichen Zeitraum jedoch klar im negativen Bereich.

Drei Branchen profitieren am meisten

Schon bei den vergangenen drei Sommerspielen gab es keine einheitlichen Tendenzen. Im Olympia- und Pandemiejahr 2021 entwickelte sich der Nikkei (Tokio 2021) wesentlich schlechter als die globale Benchmark. Der brasilianische Leitindex Bovespa (Rio de Janeiro 2016) konnte den Weltindex spektakulär outperformen. Der FTSE 100 (London 2012) wiederum hinkte dem MSCI World spürbar hinterher.

Auf Branchenebene ergibt sich ein noch heterogeneres Bild: Touristikaktien entwickelten sich in London 2012 hervorragend, in Rio 2016 deutlich schlechter als der Heimatindex und in Tokio 2021 extrem unterschiedlich. Letzteres galt für die Aktien von Sportartikelherstellern bei allen drei Ereignissen, ebenso wie für die „Bauaktien“ der Gastgeberländer.

Sportliche Großereignisse beflügeln die wirtschaftliche Entwicklung in den austragenden Nationen und in gewissen Branchen. An den Börsen lässt sich das leider nicht unbedingt ablesen. Bevor man also versucht, einer olympiaspezifischen Überrendite auf die Spur zu kommen, ist es ratsamer, selbst sportlich aktiv zu werden und die Olympischen Spiele als Zuschauer zu genießen.

 

Mit sportlichen Grüßen!

Über den Autor

Seit mehr als 30 Jahren fühlt sich Udo Rieder dem Wertpapiergeschäft verbunden. Der Ausbildung bei der Deutschen Bank AG in Nürnberg folgten Einsätze als Investmentmanager in Lübeck und Genf, wo er das internationale Geschäft sehr wohlhabender Klienten betreute. Seine Rückkehr nach Deutschland führte ihn über die Leitung der Vermögensverwaltung für Nordbayern hin zur Verantwortung für die Investmentmanager im neu gegründeten Geschäftsbereich Private Wealth Management. Im Jahr 2008 ist er zur UBS Deutschland AG gewechselt, um die neu zu eröffnende Niederlassung Nürnberg mit aufzubauen. Seine berufliche Tätigkeit wurde flankiert von berufsbegleitenden Studien an der Bankakademie und der European Business School. Zudem ist er zertifizierter Eurex-Anlageberater. Im Januar 2015 trat Herr Rieder als Gesellschafter der KSW bei, um seine Kunden als Portfoliomanager weiterhin individuell zu betreuen.


Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

Britische Börse lockt Schnäppchenjäger

Britische Börse lockt Schnäppchenjäger


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Ein Beitrag von Stefanie Dyballa, veröffentlicht im Elitebrief 3/2024

Seit dem Brexit hinkt der britische Leitindex FTSE dem DAX und anderen globalen Indizes hinterher. Doch nicht nur Großbritanniens Austritt aus der EU, sondern auch die sprunghafte Politik, eine hartnäckig hohe Inflation und trübe Wachstumsprognosen belasten die Wirtschaft – und damit auch die Börse. Sollten Anleger besser die Finger von britischen Aktien lassen oder gerade jetzt einsteigen?

Der Hype um die Künstliche Intelligenz und die Hoffnung auf fallende Zinsen haben die Börsen der Industrieländer beflügelt. Seit Januar 2023 hat der globale Aktienindex MSCI World gut 30 % zugelegt. An der Börse in London gab es dagegen lange Gesichter. Der britische Leitindex FTSE 100 hat im gleichen Zeitraum nur ein Plus von rund 10% erzielt.

Wenig Technologiebranche und viel old economy
Die schwache Performance liegt u.a. an der Struktur des britischen Kapitalmarktes. Im FTSE100 sind vor allem Value-Aktien aus den Sektoren Konsum, Finanzen und Rohstoffe beheimatet. Diese Branchen wachsen solide, bieten hohe Dividendenrenditen, entfachen aber kaum Kursfantasie. Wachstumsstarke Hightech-Unternehmen hingegen sind Mangelware. Technologie ist im FTSE100 nur mit rund 4% gewichtet, im MSCI World machen IT und Telekommunikation mehr als ein Drittel aus.

UK-Discount
Langzeitprobleme, wie das Außenhandelsdefizit, eine hohe Staatsverschuldung und die niedrige Produktivität, bremsen die britische Wirtschaft. Zudem belasten hohe Unternehmenssteuern die Wettbewerbsfähigkeit. Nicht umsonst notieren die Papiere im Königreich traditionell mit einem „UK-Discount“.

Hartnäckige Inflation und hohe Zinsen bald Geschichte?
Der Mix aus Arbeitskräftemangel, kräftigen Lohnsteigerungen und hohen Importpreisen für Energie und Lebensmittel befeuerte lange die Inflation. Um den Preisauftrieb zu bremsen, hat die Bank of England die Zinsen bis auf 5,25% erhöht. Im Februar 2024 fiel die Teuerungsrate mit 3,4% auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Das ebnet den Weg für eine Zinswende.

Billig wie selten
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) lag in den vergangenen 20 Jahren nur an 20% der Tage niedriger als heute. Das heißt, im Regelfall war die Londoner Börse deutlich teurer. Das durchschnittliche KGV des FTSE 100 lag im Februar 2024 bei 11,8. Im Vergleich dazu ist der MSCI World mit einem KGV von 21,6 längst kein Schnäppchen mehr.

Geringe Abhängigkeit vom Binnenmarkt
Die im FTSE 100 gelisteten Unternehmen – wie der Energieriese Shell oder die Großbank HSBC – sind auf Erträge im Ausland ausgerichtet. Insgesamt erwirtschaften die im Leitindex enthaltenen Unternehmen laut FactSet nur 27% ihrer Umsätze im Vereinigten Königreich. Das britisch-australische Minenunternehmen Rio Tinto verbuchte 2023 allein 57% des Umsatzes nur mit China.

Hohe Dividenden und Aktienrückkäufe
Traditionell zählen britische Unternehmen zu den solidesten Dividendenzahlern. Die durchschnittliche Dividendenrendite im FTSE 100 liegt per Ende Februar bei 3,9%. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen laufend Aktien zurückkaufen. Ein weiterer Pluspunkt für deutsche Anleger: Auf britische Dividendenzahlungen fällt derzeit keine Quellensteuer an.

Licht am Ende des Tunnels
Ende 2023 war die britische Wirtschaft in eine technische Rezession gerutscht, konnte sich im Januar aber wieder leicht erholen. Das erhöht den Druck auf die Notenbank die Zinsen zu senken. Wenn die Inflation sinkt und sich das Konsumentenvertrauen bessert, hilft das in erster Linie binnenorientierten Unternehmen. Da die britischen Large Caps drei Viertel ihrer Erträge im Ausland erzielen, bieten diese Werte zusätzlich eine historisch günstige Option auf die Aufhellung der Weltwirtschaft.

Über den Autor

Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

Als gelernte Bankkauffrau und Betriebswirtin IHK verfügt Stefanie Dyballa über eine mehr als 20-jährige Expertise in der Beratung wohlhabender Privatpersonen und Unternehmen. Nach einer Ausbildung bei der Commerzbank AG in Nürnberg übernahm Stefanie Dyballa 2003 die Position der Private Banking Beraterin. Ab 2011 begleitete sie für sieben Jahre große Firmenkunden und Institutionelle in den Themen Währungs-, Rohstoff- und Assetmanagement.
Die Leidenschaft für Wertpapiere führte sie 2018 zurück in das Privatkundengeschäft. Im Wealth Management Nürnberg der Commerzbank AG übernahm sie als Senior Anlagemanagerin die Beratung anspruchsvoller, vermögender Privatpersonen. Ihre ausgesprochen hohe Kundenorientierung und individuelle Betreuung führt Stefanie Dyballa seit Januar 2023 als Portfoliomanagerin bei der KSW fort.


Tobias Wagner von der KSW Vermögensverwaltung

ARD Tagesschau: „Warum die Fondssteuer für viele überraschend kommt“

Tobias Wagner über die Fondssteuer


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ARD Tagesschau: „Warum die Fondssteuer für viele überraschend kommt“

Tobias Wagner zitiert im Beitrag der ARD Finanzredaktion

„Im Januar dieses Jahres wurde die Vorabpauschale von Banken und Fondsgesellschaften bei Millionen von den Verrechnungskonten deutscher Fondssparerinnen und Fondssparer abgebucht. Eine Überraschung für viele der Betroffenen, denn in den vergangenen Jahren blieben die Kursgewinne unangetastet“, so Andreas Braun, ARD Finanzredaktion.

Unser Kollege, Tobias Wagner, stand der ARD Finanzredaktion im Rahmen eines Interviews Rede und Antwort. Basis war seine Kolumne: Der nimmersatte Staat greift den Anlegern jetzt früher in die Taschen

Grundlage der Vorabpauschale ist unter anderem der Basiszins. Doch einen Basiszins gab es in den vergangenen Jahren gar nicht, wie Tobias Wagner von der KSW Vermögensverwaltung erklärt: „Dieser Basiszins war in der Vergangenheit negativ oder nahe null. Im Jahr 2022 lag er sogar bei minus 0,88 Prozent. Da im Rahmen der Vorabpauschale leider keine Steuererstattung aufgrund negativer Zinsen vorgesehen ist, wurde in den vergangenen Jahren einfach keine Vorabpauschale erhoben.“


eCommerce bietet spannende Investments neben Amazon und Co.

eCommerce bietet spannende Investments neben Amazon und Co.


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Galerias dritte Pleite zeigt eindeutig wo Anleger in den Handel investieren sollten

Spätestens nach der erneuten Insolvenz von Galeria-Karstadt-Kaufhof – die dritte innerhalb von vier Jahren – stellt sich die Frage nach der Entwicklung der Branche und natürlich den Aussichten für Investoren bei digitalen und hybriden Vertriebsplattformen.

Der Einkauf im Internet ist an Komfort kaum zu überbieten. Kunden finden online Produkte aus aller Welt in schier unbegrenzter Auswahl und unabhängig von Öffnungszeiten. Die Preise sind transparent, Kundenrezensionen helfen, die Produktqualität einzuschätzen, die Waren werden bequem an die Haustür geliefert.

Die Entwicklung des Börsenwertes von Amazon steht als Synonym für das beispiellose Wachstum der Branche. Zwar hat das altbekannte Kaufhaus (noch) nicht ausgedient, aber dass der stationäre Einzelhandel noch real wachsen könnte, erscheint illusorisch.

Der Onlinehandel wird hingegen nicht nur wachsen, sondern auch ständig weiterentwickelt. Mittels KI-gesteuerter Systeme werden Einkaufsgewohnheiten von Heavy Usern blitzschnell analysiert und ihm attraktive Angebote unterbreitet. Augmented Reality kann Shopping-Erlebnisse durch Gehör-, Geruchs- oder gar haptischer Wahrnehmung noch realer gestalten. Die Nase vorn scheinen hier Online-Marktplätze zu haben.

Fulfillment ist der Schlüssel zum Erfolg

Zugleich wachsen jedoch die Anforderungen der Kunden: Überleben werden nur die Anbieter, die sehr schnell und nachverfolgbar liefern können. Das erfordert immer größere Lagerflächen mit Warenwirtschaftssystemen und optimaler Anbindung an die Transportdienstleister. Nur deren Betreiber haben Chancen, bei kleiner werdenden Handelsmargen erfolgreich um die Gunst von Investorengeld zu werben.

Die größten Chancen dürften Unternehmen haben, die sich auf Effizienz und umweltfreundliche Praktiken konzentrieren. Ob bei der Auslieferung Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen oder mit Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellen betriebene Laster, hängt sicher auch von der optimalen Verwendung von Telematik-Systemen ab, um effiziente Routen zu planen und Leerfahrten zu minimieren. Daneben müssen sie verschiedene Transportarten wie Luft, Wasser, Schiene und Straße kombinieren können.

Investitionen in diesem Bereich des eCommerce sollten weiterhin lohnen. Vielversprechender sind Investments, die das gesamte Spektrum des Onlinehandels abdecken, da sich die Veränderungen in Schüben vollziehen und bei einzelnen Trends nicht immer gleich vorhersehbar ist, wie gewinnbringend sie sein werden. Aktive und passive Investmentfonds bieten dafür die nötige Expertise und lassen perspektivisch Gewinne erwarten. Als sicher darf angesehen werden, dass herkömmlicher (analoger/stationärer) Handel nicht mithalten und deutlich weniger Investorengelder anziehen kann.

Über den Autor

Manfred Rath ist seit mehr als 35 Jahren im Vermögensanlagegeschäft tätig. Bereits nach der Ausbildung ging er den klassischen Weg zum Wertpapierspezialisten in der damaligen Bayerischen Vereinsbank. Dort übernahm er auch die Leitung eines Teams in der Nordoberpfalz, bevor er nach 27-jähriger Zugehörigkeit zur BHF BANK wechselte. In diesen 6 Jahren bei der Privatbank war der Schwerpunkt erneut die Vermögensanlage und -allokation sowie die stellvertretende Leitung der Niederlassung Nürnberg. Seit Juli 2012 ist er als Portfoliomanager für die KSW tätig.


Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

WELT AM SONNTAG: „Die Zeit macht reich“

Sparen und/oder leben?


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WELT AM SONNTAG: „Die Zeit macht reich“

KSW Vermögensverwaltung AG zitiert im Artikel der WAMS vom 25. Februar 2024, ab Seite 29

„Es wirkt wie ein Dilemma: Aus lebensweltlicher Sicht spricht viel dagegen, früh zu sparen. Wer jung ist, will leben, reisen oder studieren. Geld beiseitezulegen, kommt während dieser Lebensphase den wenigsten in den Sinn. Es herrscht die Einstellung vor, dass der Spagat, zu sparen und dennoch zu leben, unmöglich ist. Das jedoch ist ein teurer Irrtum. Denn die allermeisten unterschätzen, wie gering der finanzielle Einsatz nur sein muss, wenn man früh genug mit dem Sparen beginnt. WELT AM SONNTAG legt in 4 Beispielrechnungen das Wunder des Zinseszinses dar. Sie offenbaren, wie extrem das Vermögen – schon mit kleinstem Einsatz – nach 30 oder 40 Jahren angewachsen sein kann. Wer diese Zahlen sieht, wird das Wunder endgültig verstehen.“ (WAMS)

Im Artikel wurde unsere Kollegin, Stefanie Dyballa, zitiert. Thema war unter anderem, wie Vermögensverwalter mit dem Spagat zwischen Rendite und Risiko umgehen. Insbesondere dann, wenn erst spät mit dem Vermögensaufbau begonnen wird.

„Neben der Frage des Alters sind also auch andere Aspekte relevant. ,Das Spannungsfeld zwischen Sicherheit, Liquidität und Rentabilität spielt für die Vermögensanlage eine wichtige Rolle. Insbesondere da die drei Ziele miteinander konkurrieren und eine Maximierung aller drei Größen bei keiner Anlageform möglich ist‘, sagt Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung.

,Letztendlich ist es Aufgabe des Vermögensverwalters, die drei Kriterien in Gesprächen mit dem Mandanten in eine für ihn individuell sinnvolle Reihenfolge zu bringen, mit der der Anleger auch weiterhin gut schlafen kann.‘ Einbezogen werden sollten in die Überlegungen alle bestehenden liquiden und illiquiden Vermögenswerte, Liquiditätsflüsse sowie die Risikoneigung des jeweiligen Mandanten und seine familiäre Situation, sagt Finanzexpertin Dyballa.“


Tobias Wagner von der KSW Vermögensverwaltung

Der nimmersatte Staat greift den Anlegern jetzt früher in die Taschen

Der nimmersatte Staat greift den Anlegern jetzt früher in die Taschen


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Der nimmersatte Staat greift den Anlegern jetzt früher in die Taschen

Das Jahr 2023 war sowohl für Anleger als auch für Sparer erfreulich. Denn nicht nur die Aktienbörsen entwickelten sich positiv, sondern es gibt auch wieder einen Zins, bei dem es sich lohnt zu sparen. Diese Kombination hat jedoch zur Folge, dass zu Beginn des neuen Jahres 2024 eine Steuerzahlung droht. Denn erstmals seit einigen Jahren wird die sogenannte Vorabpauschale bei Fonds und ETFs in relevanter Höhe fällig.

Verantwortlich dafür ist die Investmentsteuerreform, die bereits 2018 in Kraft getreten ist. Mit ihr wurde die ungleiche Behandlung von Fonds und ETFs, die Dividendenzahlungen ausschütten, gegenüber jenen aufgehoben, die sie thesaurieren. Denn bis zur Reform mussten nur Ausschüttungen unmittelbar vom Anleger versteuert werden, die thesaurierten Erträge, die den Kurswert steigern, wurden hingegen erst bei einem späteren Verkauf besteuert.

Mit der Vorabpauschale sollen nun auch bei thesaurierenden Fonds die angesammelten Erträge jährlich besteuert werden. Diese Besteuerung richtet sich jedoch nicht nach tatsächlichen Wertzuwächsen, sondern wie der Name vermuten lässt, erfolgt die Besteuerung in pauschalierter Form.

Basiszins der Bundesbank entscheidend

Die Vorabpauschale wurde zwar wie erwähnt bereits 2018 eingeführt, war jedoch aufgrund ihrer Berechnungsmethode während der vergangenen Jahre nicht relevant. Die Pauschale wird nämlich auf Grundlage des sogenannten Basiszinssatzes der Bundesbank berechnet. Der lag aber lange Zeit bei Null. Für 2023 hingegen wurde der Basiszins von der Bundesbank auf 2,55 Prozent festgelegt. Somit kommen nun erstmals relevante Steuersummen auf Anleger zu.

Für die Berechnung der Vorabpauschale wird zunächst ermittelt, ob der Fonds bzw. ETF im vergangenen Jahr eine positive Performance erwirtschaftet hat. Falls nicht, entfällt die Vorabbesteuerung. Fand jedoch ein Wertzuwachs statt, dann wird der Fondswert zu Beginn des Betrachtungsjahres mit dem Basiszins multipliziert. Von diesem Basisertrag werden wiederum pauschal 30 Prozent abgezogen, um beispielsweise Kosten des Fonds zu berücksichtigen. Auf den verbleibenden Betrag fallen anschließend die Kapitalertragsteuer, der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer an.

Fairerweise ist zu erwähnen, dass etwaige (bereits versteuerte) Ausschüttungen des Fonds/ETFs noch vom Basisertrag vor der Steuerberechnung abgezogen werden. Auch bei einem niedrigeren Wertzuwachs des betrachteten Fonds, als es der Basisertrag suggeriert, wird der tatsächliche Wertzuwachs als Berechnungsgrundlage für die Steuer herangezogen. Die Gesamtbelastung erhöht sich in Folge der Vorabpauschale nicht, denn die vorab gezahlten Steuern werden später beim Verkauf des Fonds berücksichtigt und verrechnet.

Die Schattenseite dieser Besteuerungsmethode: Der Anleger muss Steuern abführen, ohne dass ihm liquide Mittel zugeflossen sind – die Besteuerung ist demnach Cashflow-Negativ!  Noch viel schwerer wiegt, dass die Vorabpauschale eine steuerliche Einbahnstraße darstellt. Denn in positiven Märkten wird Steuer abgezogen, in negativen Marktphasen wird jedoch keine Steuer erstattet.

Unterm Strich wurde vom Gesetzgeber ein enormer bürokratischer Aufwand in Kauf genommen, um die Gewinnsteuer früher vereinnahmen zu können als bisher. Einer steuerlichen Gleichbehandlung von ausschüttenden und thesaurierenden Fonds ist man mit der Anwendung der Vorabpauschale jedoch sicherlich ein Stück nähergekommen.

Über den Autor

Tobias Wagner von der KSW Vermögensverwaltung

Tobias Wagner absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Privatbank Max Flessa KG. Im Anschluss studierte er Wirtschaftswissenschaften (B.A.) und Finance, Auditing, Controlling and Taxation (M.Sc.). Sein dabei erworbenes Wissen vertiefte er unter anderem in der Steuerberatung, in der Wirtschaftsprüfung und im Portfoliomanagement. Während seines Studiums schloss er außerdem eine Ausbildung zum IHK geprüften Immobilienverwalter ab. Bevor Tobias Wagner 2021 zur KSW kam, war er im Wertpapiergeschäft der UmweltBank AG tätig. In seiner Funktion als Portfoliomanager ist er nun mit der individuellen Betreuung von Vermögensverwaltungmandaten betraut.


KSW Vermögensverwaltung unter den Top 50 Vermögensverwaltern in Deutschland 2023

KSW unter den TOP 50 Vermögensverwaltern 2023 in Deutschland

„TOP 50 Vermögensverwalter 2023“


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KSW erhält zum wiederholten Male das Prädikat “TOP 50 Vermögensverwalter” von Citywire

Top 50 Vermögensverwalter in Deutschland 2023 Auszeichnung für die KSW Vermögensverwaltung

Verliert der US-Dollar den Status der Weltleitwährung?

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Verliert der US-Dollar den Status der Weltleitwährung?

Der US-Dollar ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges die Weltleitwährung. Doch dieser Status scheint nicht mehr unangefochten. Zwischen China und den Vereinigten Staaten schwelt schon lange ein ökonomischer und politischer Konflikt. Seit 2018 droht er zu eskalieren. China will die eigene Währung als Alternative zum Dollar etablieren. Den Anspruch gründet Peking auf die erstarkte chinesische Wirtschaft. Im Schulterschluss mit Entwicklungs- und Schwellenländern versucht das Reich der Mitte die Vormachtstellung des Dollars zu unterlaufen.

In vielen Finanzmedien wird ein langsames Siechtum des Dollars diagnostiziert. Dabei werden immer noch fast 60% der weltweiten Devisenreserven in Dollar gehalten, weitere 19% liegen im Euro. Der chinesische Yuan kommt nur auf rund 3%.

Das will China ändern, unterstützt von Russland, Brasilien, Indien und Südafrika. Zusammen werden sie als BRICS-Staaten bezeichnet. Sie repräsentieren 42% der Weltbevölkerung. In den wichtigsten Wirtschaftsinstitutionen – dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank – haben sie aber nur 15% der Stimmrechte. Daher ist die Angst der BRICS-Staaten vor Sanktionen, die ihre internationalen Handelsaktivitäten stören oder zum Stillstand bringen könnten, nachzuvollziehen. Diese Furcht dürfte ihre Triebfeder sein, die Abhängigkeit von der US-Währung zu reduzieren.

Teil der BRICS-Strategie ist es, wichtige Rohstoffgeschäfte vom US-Dollar zu entkoppeln. China hat bereits mit den Ölförderländern der arabischen Halbinsel die ersten Kontrakte in der eigenen Währung ausgehandelt. So soll die chinesische Wirtschaft widerstandsfähiger gemacht werden. Zusätzlich versucht China, alternative Verrechnungssysteme zu nutzen und so die globale Rolle des Dollars zu schwächen.

Es spricht einiges dafür, dass dies nicht in größerem Umfang gelingen wird; es mangelt schlicht an Alternativen. Die vier primären Faktoren einer Weltleitwährung sind neben der freien Konvertierbarkeit, ausreichender Liquidität und der Wertstabilität eben auch besonders die globale Akzeptanz. Die konnte der Dollar in den vergangenen Jahrzehnten unter Beweis stellen – ganz im Gegensatz zum Yuan! Der Währung fehlt eine ausreichende Stabilität am chinesischen Finanzplatz und dadurch auch das Vertrauen und die Akzeptanz in der Welt.

Darüber hinaus sind sich die BRICS-Staaten uneins, wie man die Vormachtstellung des Dollars schwächen könnte. Dazu sind die bilateralen Interessen und die Verflechtungen mit den USA zu groß, gerade bei Brasilien. Zwar ist es richtig, dass die in US-Dollar gehaltenen Devisenreserven in den vergangenen 46 Jahren deutlich geschrumpft sind, jedoch sorgen die USA mit einem Weltbevölkerungsanteil von 4% immer noch für ein Viertel der globalen Wertschöpfung.

Der Rest der Welt weiß den Wert des US-Dollars als Leitwährung zu schätzen. Die amerikanische Währung bot in der Vergangenheit im Vergleich zu vielen anderen Währungen eine hohe Wertstabilität, verbunden mit niedrigen Inflationsraten. Die Liquidität der amerikanischen Finanzmärkte sowie das ökonomische Gewicht machen den US-Dollar als Reserve-, Anlage- und Transaktionswährung alternativlos.

Eine Frage der Liquidität:
Länder mit ungenügenden liquiden Finanzmärkten benötigen den Dollar, um sich zu unverändert günstigen Konditionen über die US-Anleihemärkte zu refinanzieren. Solange es den USA gelingt, bilaterale Handelsabkommen zwischen den BRICS-Staaten zu unterbinden und die wirtschaftliche Stärke beizubehalten, wird in diesem Jahrzehnt die Vormachtstellung des US-Dollars nicht beeinträchtigt werden können.

Über den Autor

Wolfgang Köbler kann auf eine klassische mehr als 35-jährige Karriere in der Finanzbranche zurückblicken. Nach verschiedenen Führungsaufgaben im Privatkundengeschäft war er zuletzt als Direktor im Wealth Management der Dresdner Bank AG tätig. Berufsbegleitend studierte er in den 80’iger Jahren an der Bankakademie und ist heute noch ehrenamtlich im Prüfungswesen der IHK tätig. Den Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit bildete immer die ganzheitliche Betreuung seiner Kunden. Seit 2005 ist Wolfgang Köbler Partner und Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg. Neben dem Management eines Family Office widmet er sich der individuellen Betreuung von diskretionären Vermögensverwaltungsmandaten. Nebenberuflich fungiert er als Aufsichtsratsmitglied einer börsennotierten Gesellschaft und Finanzvorstand für eine kirchliche Institution.