Skip to main content
Tobias Wagner von der KSW Vermögensverwaltung

Softwarehäuser als Auslaufmodell?

Ausverkauf im Softwaresektor - Wendepunkt der Wirtschaftsgeschichte?


Zurück

KI greift das Geschäftsmodell der Softwarehäuser an

Zwei Jahrzehnte lang galt Software als perfekte Anlageklasse: geringe Kapitalbindung, hohe Skalierbarkeit, starke Margen, planbare Lizenz-Erlöse. Ein Traum für Investoren.

Der Februar 2026 könnte als Wendepunkt in die Wirtschaftsgeschichte eingehen. Zwei Jahrzehnte lang galt Software als perfekte Anlageklasse: geringe Kapitalbindung, hohe Skalierbarkeit, starke Margen, planbare Lizenz-Erlöse. Ein Traum für Investoren. Doch der Nimbus bröckelt. Im Februar kam es zu einem massiven Ausverkauf im Software-Sektor.

Unternehmen bauen sich ihre Lösungen zunehmend selbst – per Sprachbefehl. „Vibe Coding“ heißt das Zauberwort. Software entsteht nicht mehr Zeile für Zeile, sondern aus einer klar formulierten Zielvorgabe. Wer seinen CRM-Prozess beschreiben kann, lässt ihn generieren. Das standardisierte Produkt verliert an Relevanz. Die Eintrittsbarrieren zur Eigenentwicklung sinken drastisch. Die Wissensasymmetrie, auf der viele Geschäftsmodelle beruhen, schmilzt dahin.

Der besondere Wert vieler Software-Häuser lag darin, komplexe Abläufe in elegante Oberflächen zu verpacken. Finanzdatenbanken, Workflow-Tools, Marketing-Dashboards – sie strukturierten Daten und machten sie nutzbar. Doch autonome KI-Agenten recherchieren, analysieren und programmieren selbst. Wenn ein Team erkennt, dass sein 18.000-Euro-Dashboard vor allem Zahlen farbig visualisiert, während ein eigener KI-Agent weitergeht, indem er Datenquellen verknüpft, Hypothesen testet und Budgets optimiert, gerät das Preisschild unter Druck. Die Oberfläche allein trägt kein Geschäftsmodell mehr.

Das Ende der Lizenz-Logik

Besonders heikel ist das „Seat-Based Pricing“. Jahrzehntelang wuchs der Umsatz mit jedem neuen Mitarbeiter des Kunden. Mehr Köpfe, mehr Lizenzen. Wenn aber nun KI-Agenten die Produktivität vervielfachen, wächst der Personalbestand nicht mehr mit. Im Extremfall schrumpft er. Weniger Seats, weniger Umsatzdynamik.

Die Börse reagierte prompt. Kapital floss aus dem scheinbar unendlichen Angebot an Software-Code in das begrenzte Angebot von Chips, Energie und Infrastruktur. Bewertungen klassischer Softwarehäuser gerieten relativ zu Halbleitern massiv unter Druck.

Probabilistisch versus deterministisch

Doch Märkte übertreiben. Kritische Systeme ersetzt niemand über Nacht durch selbst gebaute Agenten. Compliance, Haftung und Sicherheit setzen Grenzen. Ein Flugzeughersteller akzeptiert kein System, das „meistens“ richtig liegt.

Hier verläuft die neue Trennlinie: zwischen probabilistischen und deterministischen Systemen. KI-Modelle arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten. Gleicher Input kann unterschiedliche, plausible Outputs liefern. Für Marketing, Vertrieb oder Projektmanagement ist das oft ausreichend. Geschwindigkeit schlägt hier Perfektion.

In der Buchhaltung oder im Kernbankensystem sieht das anders aus. Dort zählt Reproduzierbarkeit. Gleicher Input muss zwingend denselben Output erzeugen – Ohne Interpretationsspielraum. Diese deterministischen Systeme werden nicht entwertet. Im Gegenteil: Ihr Wert steigt, je mehr Unsicherheit rundherum entsteht.

Was heißt das für Anleger?

„Software“ ist keine homogene Anlageklasse mehr. Wer pauschal kauft, kauft auch das Risiko struktureller Obsoleszenz. Geschäftsmodelle, die primär auf Oberfläche, Bequemlichkeit und Lizenzzählung beruhen, stehen unter Druck. Anbieter mit tief integrierten, regulatorisch verankerten, deterministischen Systemen besitzen dagegen Preissetzungsmacht und hohe Wechselkosten.

Vielleicht markiert der Februar 2026 nicht das Ende der Software-Ära. Aber er zwingt zur Differenzierung.

Über den Autor

Tobias Wagner von der KSW Vermögensverwaltung

Tobias Wagner absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Privatbank Max Flessa KG. Im Anschluss studierte er Wirtschaftswissenschaften (B.A.) und Finance, Auditing, Controlling and Taxation (M.Sc.). Sein dabei erworbenes Wissen vertiefte er unter anderem in der Steuerberatung, in der Wirtschaftsprüfung und im Portfoliomanagement. Während seines Studiums schloss er außerdem eine Ausbildung zum IHK geprüften Immobilienverwalter ab. Bevor Tobias Wagner 2021 zur KSW kam, war er im Wertpapiergeschäft der UmweltBank AG tätig. In seiner Funktion als Portfoliomanager ist er nun mit der individuellen Betreuung von Vermögensverwaltungmandaten betraut.


KSW Aktuelles Beitrag von Thorsten Göhl

Infrastrukturfonds bringen Stabilität ins Depot

Können Infrastrukturfonds Ihr Depot stabiler machen?


Zurück

Straßen, Schienen, Energieversorgung, Telekommunikation und Wasserwirtschaft sind Grundpfeiler unseres Alltags

Wachsende Städte und alternde Gesellschaften brauchen mehr Mobilität, Gesundheits- und Versorgungsinfrastruktur

Nicht nur Bahnfahrer wissen eine gute Infrastruktur zu schätzen. Straßen, Schienen, Energieversorgung, Telekommunikation und Wasserwirtschaft sind Grundpfeiler unseres Alltags. McKinsey &Company schätzt in einem 2025 veröffentlichten Report, dass bis 2040 rund 106 Bio. Dollar in globale Infrastruktur investiert werden müssen, um Nachfrage und Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen. Für Anleger können vor allem offene Infrastrukturfonds eine attraktive Möglichkeit sein daran teilzuhaben.

Infrastruktur-Unternehmen stehen im Zentrum mehrerer langfristiger Trends, die enorme Investitionen auslösen. Wachsende Städte und alternde Gesellschaften brauchen mehr Mobilität, Gesundheits- und Versorgungsinfrastruktur. Laut der Vereinten Nationen wird der Anteil der Weltbevölkerung in Städten bis 2050 auf rund 68% steigen – das bedeutet mehr Bedarf an Verkehr, Energie und digitalen Netzwerken.

Megatrends: Klimawandel und KI

Die Umstellung auf erneuerbare Energien erfordert massive Investitionen in Netzkapazitäten, Speicher, Wind- und Solaranlagen. Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass die weltweiten Investitionen in saubere Energie bis 2030 auf über
4 Bio. Dollar im Jahr steigen müssen, um die Klimaziele zu erreichen. Schnelle Datenverbindungen, große Rechenzentren und digitale Infrastrukturen sind die Basis für Künstliche Intelligenz, automatisierte Produktion und vernetzte Dienste. Die Nachfrage nach Glasfasern und 5G-Netzen wächst rasant.

Staatliche Regulierung macht Cashflows planbar

Offene Infrastrukturfonds investieren in Unternehmen und Projekte, die reale wirtschaftliche Infrastruktur betreiben oder ausbauen. Dazu zählen Energieversorger und Netzbetreiber, Telekom-Konzerne und Betreiber von Rechenzentren, Wasser- und Abfallwirtschaft, PV- und Windkraftprojektierer.

Viele dieser Unternehmen erwirtschaften langfristig planbare Cashflows, etwa durch staatlich regulierte Entgelte oder langfristige Konzessionsverträge. Einige Erträge sind an Preisindizes gekoppelt oder wachsen mit der Inflation – ein Vorteil in Zeiten steigender Preise. Staatliche Förderprogramme für Energie, Verkehr oder Breitband schaffen Nachfrage und Planungssicherheit über Jahre. Infrastrukturfonds können ein Portfolio stabilisieren, weil sie oft andere Risikoprofile als reine Aktien- oder Rentenfonds aufweisen.

Risiken und Herausforderungen

Insbesondere für Privatanleger sind Fondsgebühren ein zentraler Faktor. Hohe Verwaltungs- oder Ausgabeaufschläge können die Rendite deutlich drücken. Infrastrukturprojekte sind kapitalintensiv. Steigende Zinsen verteuern Fremdkapital und können Unternehmensbewertungen belasten. Zudem können sich Förderbedingungen, Subventionen oder gesetzliche Rahmenwerke ändern – besonders im Bereich erneuerbare Energien. Zu beachten ist auch, wie sich Fonds zusammensetzen. Manche setzen auf defensive Versorger, andere auf wachstumsstarke, aber volatilere digitale oder erneuerbare Segmente.

Fazit

Offene Infrastrukturfonds können für Privatanleger sinnvoll sein – besonders wenn sie langfristig investieren wollen, nach Diversifikation suchen und ein moderates Rendite-Risiko-Profil anstreben.

Sie ersetzen aber nicht klassische Anlageklassen. Risiken, Gebühren und regulatorische Faktoren müssen vor einer Entscheidung sorgfältig bewertet werden. Infrastruktur sollte immer nur ein Baustein im Portfolio sein.

Über den Autor

Thorsten Göhl Autorenprofil

Thorsten Göhl studierte als gebürtiger Nürnberger nach dem Abitur Volks- und Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Bank- & Börsenwesen sowie Kapitalmarkttheorie. Mit dem direkten Einstieg in das Private Banking bei der Deutschen Bank folgte im Jahr 2005 der Wechsel in die Praxis. Über einen Zeitraum von zehn Jahren betreute er dort seine Kunden in allen Fragen der Vermögensplanung und -anlage und der Nachfolgeplanung. Seit 2015 war Thorsten Göhl im Wealth Management der Deutschen Bank in Nürnberg als Investmentberater und Relationship Manager tätig und dabei für die Akquisition, Beratung und aktive Verwaltung liquider Vermögenswerte von Privatkunden und institutionellen Investoren verantwortlich. Seit Januar 2025 verstärkt Thorsten Göhl das Team der KSW Vermögensverwaltung AG als Portfoliomanager. Eine vertrauensvolle, persönliche Verbindung zu seinen Kunden steht im Mittelpunkt seiner langfristig orientierten Beratungstätigkeit.

 


Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

ntv-Telebörse: Unsere Kollegin Stefanie Dyballa im Interview zum Thema "Investieren in China"

Anleger können China-Einzelaktien "über Umwege kaufen"


Zurück

ntv: Unsere Kollegin Stefanie Dyballa im Interview in der Telebörse zum Thema „Investieren in China“

China verfügt über enorme Innovationskraft und bietet auch im Jahr 2026, vor allem in den Branchen Technologie, Konsum und E-Mobilität, Chancen.

Allerdings sollten die Risiken wie staatliche Eingriffe oder mögliche geopolitische Spannungen im Blick behalten werden.

Aufgrund der Zugangsbeschränkungen zum Aktienmarkt Festlandchinas ist eine Direktinvestition in Chinesische Aktien nur bedingt möglich.

Es gilt daher vor Investition zu prüfen, welche Zugangsmöglichkeiten es gibt. Mehr dazu im folgenden Beitrag:

Zum Videobeitrag auf ntv

Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

WELT-EDITION: Geheimtipps aus Steuerparadiesen - diese 19 Aktien liefern Dividenden ohne Abzug

Dividenden ohne Abzug - so sichert man sich Einkommen wie in einer Steueroase


Zurück

WELT-EDITION: Geheimtipps aus Steuerparadiesen – diese 19 Aktien liefern Dividenden ohne Abzug

Unsere Kollegin Stefanie Dyballa zitiert bei „WELT-EDITION“ im Beitrag mit Finanzredakteur Daniel Eckert

Für Dividendenanleger ist die ausländische Quellensteuer oft ein erheblicher Renditekiller. In vielen Ländern wird bei der Ausschüttung ein hoher Steueranteil einbehalten, der sich nicht vollständig mit der deutschen Abgeltungsteuer verrechnen lässt. Dadurch bleibt Anlegern teils nur gut die Hälfte der ursprünglichen Dividende. Besonders hoch ist diese Belastung unter anderem in Finnland, der Schweiz oder Frankreich.

Es gibt jedoch Staaten, die gar keine oder nur eine sehr geringe Quellensteuer erheben und damit besonders attraktiv für einkommensorientierte Investoren sind. Solche Länder gelten als eine Art Dividenden-Steuerparadies, da sie ein passives Einkommen ermöglichen, ohne zusätzliche steuerliche Abzüge jenseits der deutschen Besteuerung. Laut Stefanie Dyballa zählen dazu mehrere wichtige Finanzplätze: „Zu diesen Ländern, in denen für Privatanleger in Deutschland keine Quellensteuer anfällt, zählen Irland, Liechtenstein, Hongkong und Singapur“. Weitere anlegerfreundliche Staaten sind unter anderem Großbritannien, Kanada, Japan, Brasilien oder die Bermudas.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der britische Aktienmarkt, der trotz Brexit weiterhin viele stabile Dividendenzahler bietet. Besonders Energie-, Rohstoff- und Finanzkonzerne stechen hervor. Dyballa betont: „Großbritannien hat viele attraktive Dividendenzahler, vor allem im Energie- und Finanzsektor zu bieten“. Neben bekannten Großkonzernen finden sich dort auch weniger prominente Unternehmen mit teils überdurchschnittlichen Renditen.

Der Artikel warnt jedoch vor sogenannten Value-Fallen: Hohe Dividenden allein sind kein Qualitätsmerkmal, wenn das Geschäftsmodell unter Druck steht. Entscheidend sind stabile Cashflows und eine solide Marktposition. Beispiele für langfristig orientierte Dividendenwerte finden sich bei Versicherungen, Vermögensverwaltern, Infrastruktur- und Rohstoffkonzernen, aber auch bei Banken in Asien.

Gerade Singapur und Hongkong gelten als besonders stabile Finanzzentren. Dort sind es nicht nur große Banken, sondern auch Infrastruktur-, Telekommunikations- und Immobilienwerte, die konstante Ausschüttungen liefern. Dyballa verweist auf zusätzliche Chancen: „In Hongkong notierte Finanz- und Telekommunikationsaktien bieten oft stabile und attraktive Ausschüttungen.“ Für Singapur ergänzt sie: „Dort bieten auch hierzulande weniger bekannte Immobilienaktien oder REITs stabile Cashflows und hohe Dividendenrenditen“.

Trotz aller Vorteile bleibt festzuhalten: Ganz steuerfrei sind Dividenden nicht, da die deutsche Kapitalertragsteuer automatisch anfällt. Dennoch können Aktien aus quellensteuerfreien Ländern die Nettorendite deutlich verbessern.

 


Dental & Wirtschaft: Erbschaftsteuer - Freibeträge jetzt nutzen

Wolfgang Köbler: Freibeträge jetzt nutzen und Vermögen rechtzeitig sichern


Zurück

Dental & Wirtschaft: Freibeträge bei der Erbschaftsteuer nutzen

Wolfgang Köbler zitiert bei Dental & Wirtschaft

hier finden niedergelassene Zahnärzt:innen Informationen und Ratgeber zu Abrechnung, Praxisführung, Finanzierung, Recht und Vorsorge.

Erbschaftsteuer: Freibeträge jetzt nutzen und Vermögen rechtzeitig sichern

 Die Diskussion um eine Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer nimmt weiter Fahrt auf. Für vermögende Privatpersonen und Unternehmer bedeutet das: Jetzt handeln, solange die aktuell geltenden Freibeträge und Gestaltungsmöglichkeiten noch bestehen. Noch sind es nur Gedankenspiele, aber immer lauter wird über Änderungen bei der Besteuerung von Erbschaften nachgedacht.

Nach aktueller Rechtslage können Eltern ihren Kindern bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken – und das alle zehn Jahre erneut. Diese Freibeträge bieten erhebliches Potenzial für eine steueroptimierte Vermögensübertragung, könnten, so Wolfgang Köbler jedoch künftig eingeschränkt werden.

Durch eine frühzeitige Planung lassen sich steuerliche Vorteile gezielt nutzen, unter anderem durch:

  • Ausnutzung der Schenkungsfreibeträge
  • Übertragungen mit Nießbrauchvorbehalt, z. B. bei Immobilien
  • Strukturierte Lösungen wie Familiengesellschaften oder Stiftungen

Neben steuerlichen Aspekten trägt eine klare Nachfolgeregelung auch dazu bei, familiäre Konflikte zu vermeiden und langfristige Sicherheit zu schaffen.

Fazit unseres Kollegen und Portfoliomanagers, Wolfgang Köbler:

„Die aktuellen Erbschaftsteuerregeln bieten noch attraktive Spielräume. Angesichts möglicher Gesetzesänderungen empfiehlt sich eine frühzeitige, professionelle Beratung, um Vermögen langfristig zu sichern und steuerlich sinnvoll zu übertragen…“

Wir unterstützen Sie ganzheitlich und individuell bei der Planung Ihrer Vermögensnachfolge.


Udo Rieder von der KSW Vermögensverwaltung

Bitcoin - zwischen digitalem Geld und nervenaufreibender Spekulation

Bitcoin: Zwischen digitalem Geld und nervenaufreibender Spekulation


Zurück

Bitcoin: Befreiungsschlag vom staatlichen Geldmonopol oder hochriskante Wette?

Bitcoin polarisiert wie kaum ein anderes Anlageinstrument. Für die einen stellt die Kryptowährung den Befreiungsschlag vom staatlichen Geldmonopol dar, für die anderen bleibt er ein hochriskanter Zock. Zeit für eine nüchterne Einordnung aus Sicht der Vermögensverwaltung.

Als am 3. Januar 2009 der sogenannte Genesis-Block geschürft wurde, ahnte kaum jemand, welche Sprengkraft diese Idee entfalten würde. Der Zeitpunkt passte perfekt. Die Finanzkrise 2007/08 hatte das Vertrauen in Banken und Notenbanken erschüttert. Bitcoin trat an, um genau dieses Vertrauen durch Codes zu ersetzen. Keine zentrale Instanz, keine politische Einflussnahme, dazu eine feste Obergrenze von 21 Millionen Einheiten. Das klang nach solidem Geld und nach Schutz vor Inflation. Außerdem sollte die neue Kryptowährung weltweit verfügbar sein und somit auch den Menschen Zugang zu einer stabilen Währung ermöglichen, die bis dato nicht das Glück hatten, in Regionen einer „Hartwährung“ zu leben.

Versprechen gehalten?

Doch ein gutes Narrativ allein macht noch kein funktionierendes Geldsystem. Die Frage bleibt: Hat Bitcoin geliefert?

Unbestreitbar hat sich Bitcoin etabliert. Was Regierungen und Notenbanken anfangs belächelten, rückte spätestens ab 2013 in den Fokus der Regulierung. Der Bitcoin begünstige u.a. Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Steuerhinterziehung und führe zum Verlust der staatlichen Geldhoheit, lautete die Kritik. Doch es blieb meist bei Warnungen, echte Verbote blieben die Ausnahme. Selbst dort, wo Staaten wie China rigoros mit Handels- bzw. Miningverboten vorgingen, ließ sich der Bitcoin nicht wirklich verbannen. Die dezentrale Struktur macht ein vollständiges Verbot faktisch unmöglich.

Der nächste Meilenstein folgte mit der Integration der Kryptowährung in die klassische Finanzwelt. Futures, erste Unternehmensakzeptanz und schließlich börsengehandelte Fonds in den USA verliehen Bitcoin institutionelle Legitimität. Anfang 2026 erreichte die Marktkapitalisierung rund 1,85 Billionen US-Dollar – mehr als alle Aktien des Tesla-Konzerns zurzeit auf die Waage bringen.

Asset: ja – Währung: nein

Trotzdem taugt Bitcoin kaum als Währungsalternative. Die Volatilität bleibt sein größtes Handicap. Mit Schwankungen von rund 50 Prozent pro Jahr stellt der Coin selbst die hoch volatile Technologiebörse Nasdaq in den Schatten; von klassischen Währungen ganz zu schweigen. Niemand möchte sein Gehalt in einem Gut beziehen, das binnen Wochen massiv an Wert verlieren kann. Im Alltag fehlt es weiterhin an Akzeptanz. Für Zahlungen dürften künftig eher Stablecoins eine Rolle spielen.

Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Bitcoin ist keine Währung, sondern eine eigenständige Anlageklasse. Im Portfolio zeigt er interessante Eigenschaften. Langfristig korreliert er leicht positiv mit Aktien, in Stressphasen jedoch deutlich stärker. Zu Staatsanleihen und Gold verhält er sich meist unkorreliert. Genau darin liegt sein Reiz.

Bitcoin bleibt spekulativ, volatil und emotional. Wer ihn einsetzt, braucht Disziplin, Risikobewusstsein und eine klare Positionsgröße. Als Beimischung kann er Diversifikation bringen. Als alleiniger Heils- und Renditebringer taugt er nicht.

Über den Autor

Seit mehr als 30 Jahren fühlt sich Udo Rieder dem Wertpapiergeschäft verbunden. Der Ausbildung bei der Deutschen Bank AG in Nürnberg folgten Einsätze als Investmentmanager in Lübeck und Genf, wo er das internationale Geschäft sehr wohlhabender Klienten betreute. Seine Rückkehr nach Deutschland führte ihn über die Leitung der Vermögensverwaltung für Nordbayern hin zur Verantwortung für die Investmentmanager im neu gegründeten Geschäftsbereich Private Wealth Management. Im Jahr 2008 ist er zur UBS Deutschland AG gewechselt, um die neu zu eröffnende Niederlassung Nürnberg mit aufzubauen. Seine berufliche Tätigkeit wurde flankiert von berufsbegleitenden Studien an der Bankakademie und der European Business School. Zudem ist er zertifizierter Eurex-Anlageberater. Im Januar 2015 trat Herr Rieder als Gesellschafter der KSW bei, um seine Kunden als Portfoliomanager weiterhin individuell zu betreuen.


Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

Die stillen Gewinner des KI-Booms

Künstliche Intelligenz treibt die Märkte an


Zurück

Spannende Chancen bei Unternehmen, die den KI-Boom im Hintergrund ermöglichen?

Die stillen Gewinner des KI-Booms

Künstliche Intelligenz treibt die Märkte an. Doch spannende Chancen entstehen gerade jetzt dort, wo nur wenige hinschauen: bei Unternehmen, die den KI-Boom im Hintergrund ermöglichen.

Die Verbreitung von KI wächst schneller als jeder frühere Megatrend. Das Internet benötigte 13 Jahre, um 800 Millionen Nutzer zu erreichen. ChatGPT schaffte das in drei Jahren. Laut einer Umfrage von Goldman Sachs nutzt bereits mehr als ein Drittel der Unternehmen KI; innerhalb von drei Jahren soll der Anteil auf 76 Prozent steigen.

Diese Dynamik erzeugt einen enormen Bedarf an Rechenleistung, Datenzentren und stabilen Netzen. Nicht Chips sind knapp, sondern Strom und Kühlung. Die US-Energiebehörde erwartet, dass der Stromverbrauch in den USA – getrieben durch KI – bis 2030 doppelt so schnell wächst wie im vergangenen Jahrzehnt. Nvidia-CEO Jensen Huang beziffert den künftigen Kapitalbedarf so: Jedes zusätzliche Gigawatt an benötigter Leistung löst Investitionen von rund 55 Mrd. Dollar aus. Die großen Tech-Konzerne planen allein in diesem Jahr Investitionen von etwa 350 Mrd. Dollar in Rechenleistung, 2026 sollen es rund 500 Mrd. Dollar sein.

Wo Zweitrundenprofiteure punkten

Genau hier entstehen Chancen für Unternehmen, die Bausteine für KI liefern: Halbleiter, Stromversorgung, Kühlung, Netze, Speicher, Datenzentren, Materialtechnologien oder spezialisierte Software. Ohne Investitionen in Energie, Infrastruktur und technische Ausrüstung bleibt der KI-Fortschritt begrenzt.

Während die bekannten Tech-Konzerne hohe Gewinne erzielen, sind ihre Aktien-Bewertungen bereits anspruchsvoll. Damit sind sie besonders anfällig für Rückschläge. Zudem wird die Verzahnung zwischen Modellentwicklern, Cloud-Anbietern und Softwarehäusern immer enger. Probleme an einer Stelle können sich rasch auf andere Bereiche übertragen. Dadurch rückt die zweite Reihe der Profiteure in den Fokus.

Zulieferer und Infrastrukturpartner profitieren von stabileren Geschäftsmodellen. Sie müssen keine eigene bahnbrechende KI entwickeln, sondern liefern das, was jede KI-Anwendung zwingend braucht. Viele dieser Firmen wachsen kontinuierlich, ohne die extremen Kurssprünge der großen Tech-Aktien.

Für Anleger bieten sich thematische Fonds und ETFs an. Dazu zählen Infrastruktur-, Clean-/Smart-Energy-, Versorger- sowie Robotics-/Automatisierungs-ETFs. Sie sind breit diversifiziert und kostengünstig, auch wenn sie nicht ausschließlich Zweitrundenprofiteure abbilden. Aktiv gemanagte Fonds können gezielter auswählen, sind aber teurer. Bei Einzelaktien bleibt sorgfältige Selektion wichtig – nicht jedes Unternehmen profitiert gleichermaßen.

Fazit: KI bleibt 2026 der stärkste Wachstumstreiber an den Märkten. Besonders attraktiv sind jene Unternehmen, die Energie, Ausrüstung, Infrastruktur oder spezialisierte Software bereitstellen. Wer sein Portfolio breit streut und diese zweite Reihe berücksichtigt, erhöht seine Chancen auf langfristige Rendite und reduziert Risiken.

Über die Autorin

Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung

Als gelernte Bankkauffrau und Betriebswirtin IHK verfügt Stefanie Dyballa über eine mehr als 20-jährige Expertise in der Beratung wohlhabender Privatpersonen und Unternehmen. Nach einer Ausbildung bei der Commerzbank AG in Nürnberg übernahm Stefanie Dyballa 2003 die Position der Private Banking Beraterin. Ab 2011 begleitete sie für sieben Jahre große Firmenkunden und Institutionelle in den Themen Währungs-, Rohstoff- und Assetmanagement.
Die Leidenschaft für Wertpapiere führte sie 2018 zurück in das Privatkundengeschäft. Im Wealth Management Nürnberg der Commerzbank AG übernahm sie als Senior Anlagemanagerin die Beratung anspruchsvoller, vermögender Privatpersonen. Ihre ausgesprochen hohe Kundenorientierung und individuelle Betreuung führt Stefanie Dyballa seit Januar 2023 als Portfoliomanagerin bei der KSW fort.


Die KSW wurde vom Handelsblatt und vom Elite Report 2026 mit summa cum laude ausgezeichnet

Elite Report: „summa cum laude 2026“

Elite Report: „summa cum laude 2026“


Zurück

KSW Vermögensverwaltung erneut mit „summa cum laude“ ausgezeichnet

KSW Vermögensverwaltung erhält 2026 die Auszeichnung Summa cum Laude bei Elite der Vermögensverwalter

Wir freuen uns sehr, dass die KSW Vermögensverwaltung AG auch in diesem Jahr – und bereits zum sechsten Mal in Folge – im Rahmen des Handelsblatt-Partnerprojekts Elite Report mit dem Prädikat „summa cum laude“ ausgezeichnet wurde. Mit dieser Ehrung zählen wir zu den 45 besten Vermögensverwaltern im deutschsprachigen Raum – bei knapp 400 getesteten Instituten.

Diese Auszeichnung bestätigt unser tägliches Engagement und unterstreicht unsere Werte, welche die Basis unserer Arbeit bilden:

  • Persönliche Betreuung und ein individueller Finanzplan, abgestimmt auf die Lebenssituation jedes einzelnen Kunden
  • Ein ganzheitlicher Beratungsansatz, der weit über die reine Depotverwaltung hinausgeht
  • Langfristige und vertrauensvolle Partnerschaften, die wir mit unseren Mandanten pflegen

Während der feierlichen Übergabe in der Residenz zu Salzburg würdigte Hans-Kaspar von Schönfels, Chefredakteur und Herausgeber des Elite Reports, die Leistung unseres Hauses:

„Der Elite Report bietet Orientierung für Anleger, die einen Vermögensverwalter mit erstklassigen Ergebnissen und Service suchen…“

Die Urkunde wurde an unsere Vorstände Wolfgang Köbler und Marco Birkmann überreicht – ein besonderer Moment für das gesamtes Team.

Wir sind stolz darauf, dieses Höchstmaß an Qualität in der Vermögensverwaltung bieten zu können.
Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Team für seinen Einsatz – und unseren Mandanten für Vertrauen und Loyalität.

KSW Urkundenübergabe Elite der Vermögensverwalter 2026
v.l.: Hans-Kaspar von Schönfels (Elite Report), Abg. Mag. Hans Scharfetter, Marco Birkmann, Wolfgang Köbler, Hans-Jürgen Jakobs (Handelsblatt)

Stefan Held von der KSW Vermögensverwaltung

Offene Immobilienfonds als Fels in der Brandung?

Ruhe im Depot? Dafür können offene Immobilienfonds sorgen


Zurück

Offene Immobilienfonds als Fels in der Brandung?

Zwei Jahrzehnte lang galten Offene Immobilienfonds als Fels in der Brandung der Kapitalmärkte. Jahr für Jahr wuchsen die verwalteten Mittel der Publikumsfonds. Bis 2023. Seitdem zogen Anleger fast 10 Mrd. Euro ab, berichtet der Branchenverband BVI. Steigende Zinsen und Bewertungsabschläge führten zeitweise zu negativen Renditen. In den Medien war die Rede von Krisen und Ausstiegsempfehlungen. Dabei hat sich die Lage inzwischen beruhigt.

Viele Anleger haben ab 2023 Gelder aus Immobilienfonds in Tages- und Festgeld umgeschichtet. Zeitweise waren auf diesen Konten über vier Prozent Rendite möglich. Aktuell bewegen sich die Zinsen wieder zwischen zwei und drei Prozent. Dieses gesunkene Niveau nimmt den Druck von den Immobilienbewertungen. Die Substanz der großen Fonds bleibt weiterhin stabil.

Wie offene Fonds wirklich funktionieren

Offene Immobilienfonds tragen das Prinzip schon im Namen: Sie sind „offen“ und müssen daher „atmen“ können. Kapitalzuflüsse und -abflüsse sind normal und kein Anzeichen von Schwäche, sondern Teil des Modells. Entscheidend sind die Rückgaberegeln mit Halte- und Kündigungsfristen, die hektische Umschichtungen verhindern. Abflüsse entstehen, wenn Anleger kurzfristig attraktivere Alternativen sehen und klingen wieder ab, sobald sich die relativen Vorteile zeigen.

Warum die Krise längst vorbei ist

Auffällig ist, dass vielerorts Mahner auftreten und Gefahren betonen. Doch die eigentliche Stressphase war 2022/23, als die EZB nach über einem Jahrzehnt Nullzinspolitik den Leitzins auf vier Prozent anhob. Das hatte zur Folge, dass die Immobilienportfolios abgewertet werden mussten. Verluste für Anleger blieben jedoch aus. Seit der ersten Zinssenkung im Sommer 2024 hat sich die Situation deutlich entspannt. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren inzwischen bei rund 2,5 Prozent. Der zentrale Belastungsfaktor ist somit nicht mehr präsent.

Die großen Fonds als Stabilitätsanker

Die Aufregung um einzelne Fonds, wie beispielsweise KanAm Leading Cities oder UniImmo Wohnen ZBI, sollte nicht verallgemeinert werden. Die großen Fonds, wie hausInvest (Commerz Real), UniImmo Deutschland (Union Investment) und Deka-Immobilien Europa, haben seit ihrer Auflage niemals ein negatives Jahr verzeichnet. Sie demonstrieren eindrucksvoll, dass offene Immobilienfonds auch in Zeiten steigender Zinsen Stabilität und Verlässlichkeit bieten.

Jetzt, da von der Zinsseite kaum noch Druck ausgeht, zeigt sich ihre eigentliche Stärke. Der hausInvest verwaltet knapp 16 Mrd. Euro, hält eine Liquiditätsquote von gut zwölf Prozent und erzielt jährliche Mieteinnahmen von etwa 900 Mio. Euro. Milliardenabflüsse sind für einen Fonds dieser Größe verkraftbar. Auch in schwierigen Marktphasen zeigen solche Fonds positive Renditen. Sie kombinieren solide Erträge, konservative Bewertungen und eine Zuverlässigkeit, die viele andere Anlageklassen nicht bieten.

Die richtige Auswahl entscheidet

Es sind nicht nur die Anlageklassen, die zählen, sondern die Auswahl der richtigen Fonds. Anleger, die auf Fonds mit breiter Diversifikation, konservativem Management und klaren Rückgaberegeln setzen, können von der Stabilität dieser Produkte langfristig profitieren. In besonderen Marktphasen, wie 2022, in denen Aktien und Anleihen zweistellige Verluste erlitten, erwiesen sich Immobilienfonds als effektiver Puffer und halfen Kapital zu sichern.

Mit ihren moderaten, aber stetigen Erträgen bremsen sie die Performance in guten Jahren ein wenig, sorgen aber in schwierigen Phasen für genau das, was Anleger oft am meisten vermissen: Ruhe im Depot.

Über den Autor

Stefan Held von der KSW Vermögensverwaltung

Stefan Held ist seit 20 Jahren im Bankgeschäft und seit 15 Jahren in der Betreuung wohlhabender Privatkunden tätig. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Commerzbank AG und mehrerer berufsbegleitender Studiengänge zum diplomierten Bankbetriebswirt an der Frankfurt School of Finance & Management übernahm Herr Held 2007 die Position des Beraters Private Banking bei der Commerzbank AG in Nürnberg. 2013 wurde Herr Held Filialdirektor und wechselte 2016 als Relationshipmanager ins Wealth Management. Dort verantwortete er den Standort Erlangen und zuletzt in stellvertretender Leitung das Wealth Management der Niederlassung Nürnberg. Die ganzheitliche und individuelle Betreuung, die ihn durch sein ganzes Berufsleben stets begleitet hat, führt Herr Held seit Juli 2022 als Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG fort.


Inflationsziele geraten unter Druck

Inflationsziele unter Druck


Zurück

Die Zentralbanken der Industriestaaten wollen die Inflation dauerhaft im Zaum halten. Zwei Jahrzehnte lang wurde die Zielmarke von zwei Prozent nicht oder nur gering überschritten.

Doch das Paradigma gerät ins Wanken. Unter politischem Druck wächst die Bereitschaft, Preisstabilität zugunsten von Wachstum und Haushaltsentlastung aufzugeben. Anleger reagieren: Trotz Rekordständen bei Aktien und Gold fließt Kapital in Sachwerte – als Schutz vor einer anhaltend höheren Teuerung.

Schuldenberge engen Spielräume ein

Die Staatsschulden der großen Volkswirtschaften sind auf historische Höchststände gestiegen. Laut IWF liegt die Schuldenquote der G7 im Schnitt bei über 120 % des BIP – Tendenz steigend. Höhere Zinsen verschärfen die Lage: 2024 zahlte Deutschland 37 Mrd. Euro Zinsen, rund 25 Mrd. Euro mehr als 2019 (Quelle: bundeshaushalt.de).

Auch in den USA droht der Kapitaldienst auszuufern. Präsident Trump erhöht den Druck auf die Federal Reserve, die Zinsen deutlich zu senken – ein Angriff auf die geldpolitische Unabhängigkeit. Märkte spekulieren längst über den Zeitpunkt des Einknickens.

Goldrallye als Misstrauenssignal

Sollte die Fed tatsächlich nachgeben, würde das die Inflation befeuern. Die aktuellen Rekorde an den Aktienmärkten stehen daher weniger für ökonomische Stärke als für wachsende Kaufkraftsorgen. Auch die Goldrallye ist Ausdruck dieses Misstrauens: Laut World Gold Council kauften Zentralbanken 2024 rund 1.037 Tonnen Gold – der zweithöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders aktiv waren China, Indien und Polen.

Gold wirft keine Zinsen ab, wird aber zunehmend als „letzte neutrale Reserve“ gesehen. Nach der Rallye 2025 sind technische Korrekturen möglich, doch der strukturelle Aufwärtstrend bleibt intakt.

Finanzielle Repression auf leisen Sohlen

Die Politik nimmt eine schleichende Entwertung von Ersparnissen in Kauf. Nominalzinsen liegen oft unter der Inflationsrate – eine klassische Form stiller Enteignung. Laut OECD lag die durchschnittliche Realverzinsung 2024 bei minus 1,2 % in den Industrieländern. Gleichzeitig verschlingt der Schuldendienst immer größere Haushaltsanteile.

Für Verteidigung, Infrastruktur und soziale Aufgaben bleibt weniger Spielraum. Die Alternativen – Ausgabenkürzungen, Steuererhöhungen oder neue Schulden – sind unpopulär oder verschieben das Problem nur weiter. Damit wächst die Hypothek für kommende Generationen.

Das teure Durchwursteln

Regierungen und Notenbanken wählen den bequemsten Weg: Sie halten an einer Politik der „kontrollierten Entwertung“ fest, um die Schulden tragfähig zu halten. Doch diese Strategie ist riskant. Sie gefährdet die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik – und damit die Stabilität des Finanzsystems. Der Goldpreis sendet die Botschaft unüberhörbar: Vertrauen ist die knappste Währung unserer Zeit.

Für Vermögensverwalter heißt das: Kaufkraftsicherung bleibt das dominierende Thema der kommenden Jahre. Sachwerte, Aktien mit Preissetzungsmacht und Gold gehören in jedes strategisch aufgestellte Portfolio. Ich persönlich favorisiere Titel aus den Branchen Energie und Infrastruktur, bei den Regionen gewichte ich Schwellenländer über. Außerdem habe ich Minenaktien im Visier.

Über den Autor

Manfred Rath ist seit mehr als 35 Jahren im Vermögensanlagegeschäft tätig. Bereits nach der Ausbildung ging er den klassischen Weg zum Wertpapierspezialisten in der damaligen Bayerischen Vereinsbank. Dort übernahm er auch die Leitung eines Teams in der Nordoberpfalz, bevor er nach 27-jähriger Zugehörigkeit zur BHF BANK wechselte. In diesen 6 Jahren bei der Privatbank war der Schwerpunkt erneut die Vermögensanlage und -allokation sowie die stellvertretende Leitung der Niederlassung Nürnberg. Seit Juli 2012 ist er als Portfoliomanager für die KSW tätig.