WELT-EDITION: Geheimtipps aus Steuerparadiesen – diese 19 Aktien liefern Dividenden ohne Abzug
Unsere Kollegin Stefanie Dyballa zitiert bei „WELT-EDITION“ im Beitrag mit Finanzredakteur Daniel Eckert
Für Dividendenanleger ist die ausländische Quellensteuer oft ein erheblicher Renditekiller. In vielen Ländern wird bei der Ausschüttung ein hoher Steueranteil einbehalten, der sich nicht vollständig mit der deutschen Abgeltungsteuer verrechnen lässt. Dadurch bleibt Anlegern teils nur gut die Hälfte der ursprünglichen Dividende. Besonders hoch ist diese Belastung unter anderem in Finnland, der Schweiz oder Frankreich.
Es gibt jedoch Staaten, die gar keine oder nur eine sehr geringe Quellensteuer erheben und damit besonders attraktiv für einkommensorientierte Investoren sind. Solche Länder gelten als eine Art Dividenden-Steuerparadies, da sie ein passives Einkommen ermöglichen, ohne zusätzliche steuerliche Abzüge jenseits der deutschen Besteuerung. Laut Stefanie Dyballa zählen dazu mehrere wichtige Finanzplätze: „Zu diesen Ländern, in denen für Privatanleger in Deutschland keine Quellensteuer anfällt, zählen Irland, Liechtenstein, Hongkong und Singapur“. Weitere anlegerfreundliche Staaten sind unter anderem Großbritannien, Kanada, Japan, Brasilien oder die Bermudas.
Eine zentrale Rolle spielt dabei der britische Aktienmarkt, der trotz Brexit weiterhin viele stabile Dividendenzahler bietet. Besonders Energie-, Rohstoff- und Finanzkonzerne stechen hervor. Dyballa betont: „Großbritannien hat viele attraktive Dividendenzahler, vor allem im Energie- und Finanzsektor zu bieten“. Neben bekannten Großkonzernen finden sich dort auch weniger prominente Unternehmen mit teils überdurchschnittlichen Renditen.
Der Artikel warnt jedoch vor sogenannten Value-Fallen: Hohe Dividenden allein sind kein Qualitätsmerkmal, wenn das Geschäftsmodell unter Druck steht. Entscheidend sind stabile Cashflows und eine solide Marktposition. Beispiele für langfristig orientierte Dividendenwerte finden sich bei Versicherungen, Vermögensverwaltern, Infrastruktur- und Rohstoffkonzernen, aber auch bei Banken in Asien.
Gerade Singapur und Hongkong gelten als besonders stabile Finanzzentren. Dort sind es nicht nur große Banken, sondern auch Infrastruktur-, Telekommunikations- und Immobilienwerte, die konstante Ausschüttungen liefern. Dyballa verweist auf zusätzliche Chancen: „In Hongkong notierte Finanz- und Telekommunikationsaktien bieten oft stabile und attraktive Ausschüttungen.“ Für Singapur ergänzt sie: „Dort bieten auch hierzulande weniger bekannte Immobilienaktien oder REITs stabile Cashflows und hohe Dividendenrenditen“.
Trotz aller Vorteile bleibt festzuhalten: Ganz steuerfrei sind Dividenden nicht, da die deutsche Kapitalertragsteuer automatisch anfällt. Dennoch können Aktien aus quellensteuerfreien Ländern die Nettorendite deutlich verbessern.
