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Der langjährige Vorstand des Nürnberger Vermögensverwalters hat bereits Ende 2025 seinen Posten abgegeben. Marco Birkmann, seit Januar 2025 Vorstand der KSW, spricht im Interview über den vollzogenen Generationenwechsel und welche Rolle die Zusammenarbeit mit Banken beim Wachstum des Unternehmens spielt.

Die Nürnberger KSW Vermögensverwaltung hat in den vergangenen Monaten einen Generationenwechsel vollzogen und sich damit langfristig für die Zukunft aufgestellt. Mit Roland Wörner, Udo Schindler und Josef Leibacher sind zum 1. Januar 2025 drei langjährige Vorstände aus dem Führungsgremium ausgeschieden. Wolfgang Köbler, seit 2005 Vorstand des Unternehmens, hat seinen Posten Ende vergangenen Jahres abgegeben. „Damit haben wir unseren Vorstand seit 2025 deutlich verjüngt und zugleich frühzeitig den Übergang von Kundenbeziehungen und Know-how auf die nächste Generation organisiert“, sagt Marco Birkmann, seit 2018 im Unternehmen tätig und seit Januar 2025 im Vorstand der KSW, im Gespräch mit Fundview.

Der Generationenwechsel sei laut Birkmann für die Branche der unabhängigen Vermögensverwalter eine zentrale Herausforderung – auf Unternehmens- wie auf Kundenseite. „Unternehmervermögen muss strukturiert an die nächste Generation übertragen werden; gleichzeitig müssen langjährige Kundenbeziehungen ausscheidender Berater frühzeitig übergeben werden. Beides verstehen wir als langfristigen Prozess und nicht als punktuelles Ereignis. Gleichzeitig benötigen wir neue Berater, um weiteres Wachstum zu ermöglichen“, so Birkmann.

Dieses Wachstum hat die KSW Vermögensverwaltung zweifelsfrei in den vergangenen herausfordernden Monaten erzielt: Seit dem 1. Januar 2025 bis Ende August dieses Jahres hat das Unternehmen seine Assets under Management um rund 250 Millionen Euro gesteigert und ein organisches Asset-Wachstum von rund fünf Prozent pro Jahr erzielt. Birkmann erlärt: „Ein wesentlicher Teil des Wachstums kommt über Empfehlungen zufriedener Bestandskunden, gerade auch aus unserem Schwerpunkt Unternehmer und Unternehmerfamilien. Zusätzlich wachsen wir durch neue Berater: Im vergangenen Jahr haben wir zwei Berater eingestellt. Künftig möchten wir jährlich um ein bis zwei Berater wachsen. Auch die Aufnahme ganzer Beraterteams ist vorstellbar, stellt aber höhere Anforderungen an Kultur und Integration.“

Dabei stellt die KSW ihre Berater nicht primär wegen ihres vorhandenen Kundenbuchs ein, sondern wegen ihrer Persönlichkeit, fachlichen Qualität und der Frage, ob sie zum vorhandenen Beratungsverständnis des Unternehmens passen. „Bei Beratern wie bei Kunden konkurrieren wir mit Groß- und Privatbanken. Unser Vorteil als unabhängiger Vermögensverwalter liegt dabei insbesondere in der persönlichen Betreuung, der unternehmerischen Denkweise und der Möglichkeit, komplexe Vermögenssituationen von Unternehmerfamilien ganzheitlich zu begleiten“. so Birkmann.

Strategische Finanzplanung im Fokus

Ein wichtiger Wachstumstreiber für das Unternehmen sei zudem die Zusammenarbeit mit starken Bankpartnern. Neben der V-Bank arbeitet die KSW seit 2015 mit der UBS zusammen, nachdem die Schweizer Großbank ihre Nürnberger Niederlassung geschlossen hatte. Seit April 2026 besteht darüber hinaus eine strategische Partnerschaft mit der LGT Bank AG aus Liechtenstein. Damit will die KSW die persönliche Betreuung eines unabhängigen Vermögensverwalters mit der Infrastruktur führender Depotbanken verbinden.

Generell würden dabei viele unabhängige Vermögensverwalter ein äußerst hohes Service-Level und herausragende fachliche Fähigkeiten bieten. „Was unserer Branche häufig noch fehlt, ist Bekanntheit. Wir müssen präsenter zeigen, dass unabhängige Häuser gerade bei komplexen Vermögen und Unternehmerfamilien eine echte Alternative zum klassischen Private Banking darstellen“, so Birkmann. Als Teil der Cinerius-Gruppe würde die KSW dabei vor allem vom fachlichen Austausch und den unterschiedlichen Kompetenzen innerhalb der Gruppe profitieren. Denn: „Unabhängige Vermögensverwalter benötigen eine gewisse Größe, um regulatorische Anforderungen dauerhaft professionell und wirtschaftlich erfüllen zu können. Gemeinsam können wir insbesondere bei Regulatorik und Compliance Expertise bündeln und Synergien nutzen, während Unternehmensstrategie, Beratung und Investmententscheidungen weiterhin individuell bei KSW erfolgen.“

Teil dieser Unternehmensstrategie ist seit Gründung 1997 die strategische Finanzplanung. „Gerade bei Unternehmerfamilien reicht es aus unserer Sicht nicht, nur das liquide Depot zu betrachten. Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, privates Vermögen, Verbindlichkeiten, Liquiditätsbedarf, Steuern und Nachfolge müssen zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden“, sagt Birkmann und fügt hinzu: „Daraus leiten wir unterschiedliche Zukunftsszenarien und schließlich die passende Vermögensstruktur ab. Dieser Ansatz wird bei vielen Groß- und Privatbanken reduziert oder gar nicht mehr angeboten. Für uns ist der zusätzliche Aufwand dagegen essenziell, weil erst die Finanzplanung aus einer Depotverwaltung eine langfristige strategische Vermögensbegleitung macht.“

Über den Autor

Marco Birkmann von der KSW Vermögensverwaltung

Marco Birkmann absolvierte seine Ausbildung bei der Sparda-Bank Nürnberg eG, und war anschließend mehrere Jahre in der Privatkundenbetreuung tätig. Nach seinen beiden erfolgreich abgeschlossenen berufsbegleitenden Studiengängen zum Bankfach- und Bankbetriebswirt über die Bankakademie wechselte er hausintern in die Vermögensberatung. Hier war er mit der Betreuung vermögender Privatkunden betraut und begleitete zusätzlich den Ausbau der Vermögensberatung im Geschäftsgebiet Nordbayern. Seit April 2018 ist Herr Birkmann als Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung angestellt. Marco Birkmann ist seit April 2018  für die KSW Vermögensverwaltung tätig. Als Portfoliomanager betreute er zunächst vermögende Privatkunden und entwickelte seine fachliche Expertise kontinuierlich weiter. An der Frankfurt School of Finance & Management absolvierte er erfolgreich die Weiterbildungen zum Certified Financial Planner® (CFP®) und European Financial Advisor® (EFA®). Darüber hinaus verantwortet er bei der KSW den Bereich der strategischen Unternehmerfinanzplanung. Seit dem 1. Januar 2025 ist Marco Birkmann Mitglied des Vorstands der KSW Vermögensverwaltung AG.

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