17.05.2017
Trumps Infrastrukturpläne erfreuen Anleger

Wolfgang Köbler

Schon während des Wahlkampfes hat US-Präsident Donald Trump enorme Investitionen in die US-amerikanische Infrastruktur angekündigt. Insgesamt will er allein in den nächsten fünf Jahren rund einer Billion US-Dollar für Straßen, Stromtrassen, Brücken, Autobahnen und das Bahnsystem ausgeben. Die Regierung plant sogar die Gründung einer neuen Infrastrukturbank.

Auch wenn Trump bisher vor allem ein Ankündigungspräsident ist, in diesem Punkt wird es bereits konkret. Trump hat bereits eine Liste mit den 50 wichtigsten Baumaßnahmen veröffentlichen lassen. Allein durch diese Maßnahmen kann das Bausegment in den USA um etwa zwei Prozent pro Jahr wachsen. Ob er alle seine Wahlversprechen einhalten kann, steht zwar auf einem anderen Blatt – sicher ist aber, dass er die Versäumnisse der Vorgängerregierungen nachholen und die marode Infrastruktur verbessern muss. Nach offiziellen Regierungsangaben beläuft sich der Investitionsstau bis 2020 auf gut 3,6 Billionen US-Dollar.

Finanziert werden die Ausgaben in der Regel durch kommunale Schuldverschreibungen. In den USA werden diese Municipal Bonds schon seit dem 19. Jahrhundert aufgelegt. Die Gemeinden finanzieren damit öffentliche Ausgaben für Schulen, Universitäten, Flughäfen, Brücken, Wasserleitungen oder Kanalsysteme.

Wie können Anleger davon profitieren?
Das einfachste Instrument in diesen Markt zu investieren, ist der Barclays Municipal Bond Index. Auf diesen Index haben Emissionshäuser wie ishares, SPDR oder Powershares handelbare ETFs aufgelegt. Eine Alternative sind aktiv gemanagte Fonds. Diese gibt es von bekannten Häusern wie Invesco, Pimco, UBS, BNY, BMO oder der Deutschen Asset Management.

Der US-Muni-Bond-Markt ist zwar keine Anlageklasse, mit der sich sensationelle Ergebnisse erzielen lassen, die Renditen liegen jedoch rund 100 Basis Punkte über denen amerikanischer Staatsanleihen. Der große Vorteil dieser Fixed-Income-Produkte ist die sehr geringe Korrelation zu anderen festverzinslichen Anlageklassen und die deutlich höhere Bonität gegenüber herkömmlichen amerikanischen Staatsanleihen.

Abseits der Muni-Bonds können Anleger über spezielle Publikumsfonds in die Anlageklasse Infrastruktur investieren. Bei diesen kauft der Investor infrastrukturbezogene Unternehmens- und Projektanleihen. Durch die Kombination aus dem laufenden Einkommen durch die Einnahmen der Infrastruktur, der geringen Volatilität und der täglichen Handelbarkeit hat der Anleger alle Vorteile in einem Produkt vereint.

Wenn der Anleger bereit ist, ein aktienähnliches Risiko einzugehen, so eröffnet sich ein noch größeres Anlageuniversum. Dann lässt sich auch gezielt in börsengelistete Infrastrukturunternehmen investieren. Neben einer Vielzahl investierbarer Indizes, auf die es die unterschiedlichsten ETFs gibt, kann man schon seit gut 20 Jahren auf Fonds zurückgreifen. Aktiv gemanagte Fonds gibt es von UBS, Partners Group, Pictet, Macquarie, Credite Suisse, Julius Bär, Invesco, ESPA oder Amundi. Im Universum der ETFs stellt die Investition in den S&P Global Infrastructure eine kostengünstige Alternative dar. Der Index bildet aktuell 77 Aktien aus 18 Ländern ab. ETFs gibt es von bekannten Häusern wie Lyxor, DB-Xtrackers, Comstage, Amundie oder Source.

Fazit:
Trumps Infrastruktur-Pläne werden mit Sicherheit kein Strohfeuer sein. Die Modernisierung der US-Infrastruktur wird die Konjunktur stimulieren. Moderne Stromnetze, neue Verkehrswege oder leistungsfähiges Internet sind das Aushängeschild einer modernen Industrienation und werden langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum der amerikanischen Volkswirtschaft positiv beeinflussen.


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