24.04.2017
Die besten Anlagen für das Ende der Aktienhausse

Udo Rieder

Nach mittlerweile gut acht Jahren steigender Börsenkurse werden Anleger zunehmend skeptischer. Wie weit trägt sie der Bulle noch? Und was passiert danach?
Rentenpapiere, die traditionell als Hort der Sicherheit gelten, wenn die Bären die Führung übernehmen, fallen bei einer Zinswende durch die amerikanische Notenbank als Renditebringer aus. Angesichts historisch niedriger Zinsen ist mit festverzinslichen Papieren ohnehin kein risikoadäquater Ertrag mehr zu erzielen.

Viele Anleger wenden sich deshalb vermehrt alternativen Anlagen zu; allen voran den edlen Metallen. Die Krux ist nur, dass Gold, Platin und Konsorten weder Zinsen noch Dividenden einbringen. Um wenigstens die anziehende Inflation auszugleichen, müssen die Preise der Metalle konstant steigen. In den letzten fünf Jahren war genau das Gegenteil der Fall. In Euro gerechnet verlor Gold bis Ende 2016 beinahe 10 Prozent, Silber bis zu 30 Prozent.

Eine Alternative sind die sogenannten Soft Commodities. Handelbare Lebensmittel wie Mais, Orangensaft oder Weizen sollen auch in schlimmsten Krisenzeiten Erträge bringen. Denn gegessen wird schließlich immer. In den vergangenen fünf Jahren büßten Mais, Weizen und Co. jedoch ebenfalls mindestens 20 Prozent an Wert ein.

Beim Beton(gold), das ja irgendwie auch ein Rohstoff ist, konnten sich Investoren in den letzten Jahren an schönen Wertentwicklungen erfreuen. Die stark gestiegenen Preise für Eigentumswohnungen und Wohnbaugrundstücke stellen Neuinvestoren jedoch vor die knifflige Frage, ob sich ein Neuengagement noch rentiert. Die Mieten halten mit der Kaufpreisentwicklung nicht mit. Die Folge sind Mietrenditen von häufig nicht einmal mehr drei Prozent. Die nicht unbeträchtlichen Erwerbsnebenkosten schmälern den Erfolg zusätzlich und bei steigenden Zinsen ist es zumindest zweifelhaft, ob die Immobilie so wertbeständig ist, wie Immobilieninvestoren sich das selbst einreden.

Zwar hat sich Öl zuletzt von seinen Tiefstständen aus dem letzten Jahr wieder erholt und auch die Bereitschaft der OPEC-Länder, die Fördermengen nicht mehr zu erhöhen, könnte zu einem positiven Momentum beitragen. Leider haben in den USA viele Fracking-Unternehmen nur auf diese Erholung gewartet, um zahlreiche Bohrlöcher zu reaktivieren. Das zusätzliche Angebot sollte die künftige Preisentwicklung stark begrenzen.

… Altes Blech!
Eine charmante Art, der Ölindustrie dabei zu helfen, den Ölberg abzubauen ist sicherlich, mit einem Oldtimer an der Tankstelle vorzufahren. Neben dem Fahrspaß kann so ein Schnauferl auch unter Renditegesichtspunkten interessant sein. So hat der Deutsche Oldtimer Index zwischen Ende 2011 und Ende 2016 um fast 30 Prozent zugelegt. Noch beeindruckender ist die Entwicklung seit 1999. Hier stehen 151,6 Prozent Wertzuwachs zu Buche. Dabei gab es über den gesamten Zeitraum kein Jahr mit negativer Entwicklung.

Allerdings gilt das nur für gut erhaltene Fahrzeuge ohne Mängel und mit nur geringen Gebrauchsspuren. Solche Oldtimer sind kein unerschwinglicher Traum. Unter den Renditeperlen sind nicht nur Klassiker wie der Mercedes 300 SL Flügeltürer oder der Porsche 911er zu finden. Die Ente, der VW-Käfer, der Fiat 500 oder der VW-Bully spielen ebenfalls ganz vorne mit. Hier reichen oft weniger als 15.000 Euro Investitionssumme aus, um mit einem Lächeln im Fahrtwind dem Abschwung an den Aktienmärkten zu trotzen.
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